Spielen fürs Frauenhaus Tirol
Frauenhaus tirol sammeln

Spielen fürs Frauenhaus Tirol

Manchmal spielen wir für Zwecke, die uns besonders am Herzen liegen. Wir gehen dann in die Stadt und spielen an verschiedenen Orten. Vor uns ein Instrumentenkoffer mit Infos zu uns und dem Grund warum wir Geld sammeln.

Der 6.6.2020, ein Samstag, der eigentlich verregnet hätte sein sollen, an dem sich die Sonne aber doch am Himmel nicht ablösen ließ, war so ein Tag. Wir gingen in die Innsbrucker Innenstadt, um zu 100% und mit ganzem Herzen für die Frauenhäuser Tirols zu sammeln.

Im Frauenhaus Tirol lebten 2019 75 Frauen mit 43 Kindern, sowie zusätzlich 11 Frauen mit 18 Kindern in Übergangswohnungen. Auf der Warteliste standen jedoch bereits weitere 70 Frauen mit 34 Kindern, die auf Grund von Platzmangel nicht aufgenommen werden konnten. Der Bedarf übersteigt die Kapazitäten und es ist mehr als eindeutig, dass eine höhere Finanzierung notwendig ist, um allen Frauen, die diese benötigen, Schutz und Hilfe anbieten zu können. Seit vielen Jahren versäumt es die Politik die notwendigen Ressourcen hierfür zur Verfügung zu stellen.

Dabei ist Gewalt gegen Frauen kein neues Thema. Die Zahlen der Betroffenen in Österreich waren und sind erschreckend hoch. Jede 5. Frau (20%) erlebt laut Erhebung 2014 seit ihrem 15. Lebensjahr körperliche und/oder sexuelle Gewalt. Davon meldeten nur 16% der befragten Frauen ihre schwersten (!) Gewalterlebnisse in der Partnerschaft der Polizei. Nur 5% wissen, wo sie sich nach einem Gewalterlebnis hinwenden sollen. 2020 gab es in Österreich 9 Morde an Frauen und 13 Mordversuche.

Bestückt mit Pappschild, Flyern und viel Elan suchten wir uns also einen Ort in der Maria-Theresien-Straße, um Geld für das Frauenhaus Tirol zu sammeln, aber auch um auf die Wichtigkeit und gesellschaftliche Notwendigkeit von Gewaltschutzeinrichtungen aufmerksam zu machen.

So hatte doch erst am Vortag der Tiroler Landeshauptmann-Stellvertreter (ÖVP) eine WWF-Aktivistin vor laufender Kamera als „widerwärtiges Luder“ beschimpft und damit die patriarchale und sexistische Gesellschaftsordnung in der sich Österreich befindet und die die Lebensrealitäten von vielen Frauen prägt eindrücklich vorgeführt.

Wir packten unsere Instrumente aus, und eine Seifenblasenkünstlerin Eimer und Seifenlauge. Schnell verwandelte sich die Straße in eine Mischung aus tanzenden Menschen, Seifenblasen und Musik. Die Menschen waren fröhlich und interessiert und spendeten in kurzer Zeit mehr, als wir je zuvor bei einer Hutspielerei sammeln konnten. Schön, dass es auf der Straße so viele Menschen gibt, die sich für Frauenhäuser einsetzten und unsere Aktion unterstützten.

Frauenhaus tirol soap bubbles - Vicky Atzl
Frauenhaus tirol sammeln

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